Dienstag, 13. Dezember 2011

Parteilosigkeit.

Der Wähler wählt keine Parteien. Der Wähler wählt politische Richtungen. Er identifiziert sich mit politischen Stilen und wählt hierzu die Partei, die in seinen Augen dem am nähesten kommt. Manche haben sich schon vor langer Zeit ein Bild gemacht, wie es ihrer Meinung nach besser und schneller Vorran geht. Manche machen sich dieses Bild immer wieder neu - alle 4 Jahre. Das weiß Jeder.

Politische Richtungen können wir nicht abschaffen. Es wird immer konservativ-bürgerliche und sozialdemokratische politische Strömungen geben.
Was wäre aber, wenn es Abgeordnete gäbe, die sich zwar diesen Richtungen zuordnen liessen, aber nicht zu einer Fraktion gehörten? Würde das für Deutschland funktionieren?

Politiker, die sich für ein Bundestagsmandat aufstellen lassen wollen, würden immer noch - finanziell unterstützt durch den Staat - Wahlkampf im Wahlkreis tätigen und mir ihrem Namen hausieren gehen. Ähnlich, wie wir das aus den USA kennen. Der Wähler würde sich dann für einen Kandidaten entscheiden.
Im Bundestag wären folglich nur noch Parteilose. Ein Gesetzesentwurf müsste schon mehr polarisieren als heute; die Abgeordneten würden ja schließlich nicht zustimmen, weil es der Fraktionszwang fordert, sondern müssten sich zu jedem Entwurf eine eigene Meinung bilden. Abgeordnete würden jetzt sagen, dass man noch mehr Arbeit nicht schaffen kann - dass Abgeordnete heute schon nicht alle Entwürfe lesen und studieren können.
Ein Fürargument für den Fraktionszwang (oder offiziell Fraktionssolidarität) ist ja auch gerade, dass nicht Jeden über alles bescheid wissen muss, sondern sich auch auf die Entscheidungsrichtigkeit der anderen Fraktionskollegen vertrauen kann.

Aber ist das nicht vielleicht sogar gefährlich? Immer wieder hören wir bei komplexen Sachverhalten von Mandatsträgern, dass sie eigentlich auch nicht wirklich wissen, für was sie abstimmen und was richtig ist. Sie lassen sich dann - das unterstelle ich ihnen zumindestens - von ihren Kollegen leiten. Wenn nun aber keiner der Mitglieder bescheid weiß und sich alles nur auf die Entscheidung einer Person stützt?

Politik würde langsamer laufen, weil nun Jeder alles wissen muss. Oder würden sich inoffizielle Gruppen bilden? Oder würden sich MdB an Gleichgesinnten, eben diesen Gruppen, orientieren?
Alles was man mit Sicherheit sagen kann, ist: man weiß es nicht. Und man wird es auch wohl nicht wissen. In Deutschland wird so ein System wohl nicht funktionieren. Es ist nicht unfunktional, weil es scheitern würde, es würde einfach nur nicht angewendet werden. Unser honoriger Bundespräsident ist parteilos. Aber jeden Präsident gehörte bislang einer Partei an; selbst bei diesem Amt können wir nich auf Parteifremde verzichten. Deshalb wird dieses System nie in Deutschland erprobt.

Vielleicht auch besser.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Der SPD-Parteitag und die Piraten.

Die SPD tagt in Berlin.

Überall wird über den Bundesparteitag der SPD - oder auch kurz BPT - diskutiert. Viele halten die SPD jetzt schon für antiquiert und sogar schon für gescheitert.
Hier und da hört man Stimmen, dass man sich nun, nach diesem BPT, für die Piratenpartei entscheiden werde.
Eine moderne liberale Netzpolitik scheint heutzutage wichtiger zu sein, als ein alle Bereiche umfassendes Parteiprogramm.

Zwar bin ich auch ein Verfechter einer starken dritten großen Volkspartei, aber unter der Flagge der Piraten, die sich eigentlich nur auf 1, 2 Themen konzentriert, kann das einfach nicht funktionieren. Das ist sehr schade, denn durch den (von mir vorhergesagtem) Fall der Piraten, werden es andere Sympatisanten eines "Drei-Parteien-Systems" als schwierig sehen, eine solche zu gründen. Sie werden den Fall der Piraten als Musterbeispiel sehen, dass eine dritte Partei in Deutschland nicht existieren kann.

Man sollte die Reformer in den großen Volksparteien nicht unterschätzen. Eines Tages wird es auch in der SPD jemanden (oder eine Gruppe) geben, die genau diese Programmpunkte aufnimmt und sie bedient. Nur das wird nicht so lange dauern, bis in der Piratenpartei alle anderen Themen abgesteckt sind.

Samstag, 3. Dezember 2011

Getrieben.

Ständig bin ich getrieben. Entweder bin ich bei der Arbeit oder ich bin im Zeitstreß, um zu meiner Freundin oder einem Bekannten zu kommen. Nie komme ich dazu meine To-Do-Liste, die ich mir selbst schon seit Monaten auferlegt habe, abzuhaken.

Das war nicht immer so. Vor meiner Beziehung, zog ich es vor, alleine zu leben. Ich war alleine. Nicht einsam. Alleine. Da kam ich nach der Arbeit - auch mal sehr spät abends - nach Hause und hatte keinerlei Zeitstreß mehr.
Ich brauchte auf Niemanden Rücksicht nehmen, lebte so wie ich es für richtig hielt und kam von der Arbeit nach Hause, wann ich es wollte.

Jetzt ist alles anders. Wenn reguläre Feierabendzeit ist, kommt auch schon die erste SMS wann ich denn wohl nach Hause kommen würde.

Ich will mich nicht beschweren - dies soll kein Blog sein, in dem ein Mann über seine Sorgen schreiben wird. Ich will nur über ein Gefühl schreiben, von dem ich denke, dass es vielen so geht. Heutzutage sind wie alle nur noch Getriebene der Zeit. Wo wir sind, sind wir unter Zeitdruck, wann hat man sich schon mal Zeit genommen? Wann hat man sich schon mal längst vorgenommene Dinge erledigt?
So geht es vielen - nicht nur mir.

Montag, 14. November 2011

Schmidtismus

Hiermit erfinde ich ein neues Wort: Schmidtismus. Gemeint ist nicht der schwäbische Entertainer und Schauspieler, nein, an eine andere grauhaarige Eminenz ist hier gedacht.

Helmut Schmidt.

Würde man nicht wissen, dass er schon in den Neunzigern ist, würde man wahrscheinlich denken er würde es noch mal versuchen Kanzler zu werden.
Überall "folgt" er uns. Er ist das, was in der TV-Werbung lange Zeit "Carglass" war – er ist omnipräsent. Nun ist er mir in den letzten 10 Jahren so an mein Herz gewachsen, dass ich ihm deshalb auch garnicht böse sein kann – und will. Anderen würden die Sozialdemokraten es sehr übel nehmen, wenn sie mit einem "eigenen" Kanzlerkandidaten hausieren gehen würden, aber nicht Helmut Schmidt. Er ist immer noch toppolitisch, er ist immer noch im Spiel, ach was, er ist das Spiel.
Der kernige hanseatische Charakter ist nunmal das, was man an den heutigen oft aalglatten Politiker vermissen lässt. 
Dies war meine Ode an den Altkanzler. Hoffend, dass ich eines Tages Herrn Schmidt auch hamburgisch mit Sie und Helmut ansprechen darf, verbleibe ich nun.

Mittwoch, 28. September 2011

Google+ – oder warum wir kein weiteres soziales Netzwerk mehr brauchen.

Meinen ersten Post möchte ich dem relativ neuem Netzwerk "Google+" widmen.
Ich habe mich heute dort angemeldet um mehr darüber zu erfahren – bislang hatte man ja, außer einem neuen Reiter bei google, nicht viel über dieses mitbekommen –.

Der Start ins Portal ist ziemlich leicht und übersichtlich. Verwundert hat mich hier ein wenig, dass ich nach Angabe einer E-Mail-Adresse mein +-Konto nicht durch eine Registrierungs-E-Mail bestätigen musste. Da kamen mir gleich schon Bedenken wegen des Datenschutzes, der ja wohl auf keinem sozialem Netzwerk groß geschrieben wird.
Danach wollte "er" mir direkt erstmal Promis unterjubeln. Bei der Masse an "Celebrities" kam mir aufdringlich der Gedanke, dass diese 'nie im Leben ihren Account selbst verwalten', wie es viele Stars bei facebook machen.
Zur Hauptseite gelangt, kam mir alles bekannt vor. Das Design ist dasselbe wie das von facebook – mit ein paar Ausnahmen in der Anordnung; Benachrichtigungen werden oben rechts statt oben links angezeigt und es gibt ein Eingabefeld mehr. Aber alles im Allen ist denen schon ein sehr schöner Facebook-Klon gelungen.
Nun stellt sich die Frage, brauchen wir diesen Klon überhaupt?
Nein! Es ist absolut unnütz sich dort auch noch anzumelden, wenn man schon über ein gepflegtes Facebook-Konto verfügt. Der Mega-Datensauger google möchte hier wohl wieder ein "neues" (soz. Netzwerk von google gibt es schon) Geschäftsfeld zur Datenzusammenfügung aufbauen. Ich halte es mittlerweile für sehr bedenklich, was google alles anbietet. Und dabei "verschleihert", dass er damit eigentlich Geld verdient; naive Menschen legen google vielleicht ein altruistisches Denken voraus.

Eine Ironie, dass ich dies über ein google-Dienst schreibe;).