Hiermit erfinde ich ein neues Wort: Schmidtismus. Gemeint ist nicht der schwäbische Entertainer und Schauspieler, nein, an eine andere grauhaarige Eminenz ist hier gedacht.
Helmut Schmidt.
Würde man nicht wissen, dass er schon in den Neunzigern ist, würde man wahrscheinlich denken er würde es noch mal versuchen Kanzler zu werden.
Überall "folgt" er uns. Er ist das, was in der TV-Werbung lange Zeit "Carglass" war – er ist omnipräsent. Nun ist er mir in den letzten 10 Jahren so an mein Herz gewachsen, dass ich ihm deshalb auch garnicht böse sein kann – und will. Anderen würden die Sozialdemokraten es sehr übel nehmen, wenn sie mit einem "eigenen" Kanzlerkandidaten hausieren gehen würden, aber nicht Helmut Schmidt. Er ist immer noch toppolitisch, er ist immer noch im Spiel, ach was, er ist das Spiel.
Der kernige hanseatische Charakter ist nunmal das, was man an den heutigen oft aalglatten Politiker vermissen lässt.
Dies war meine Ode an den Altkanzler. Hoffend, dass ich eines Tages Herrn Schmidt auch hamburgisch mit Sie und Helmut ansprechen darf, verbleibe ich nun.